Der Likör der leuchtenden Erinnerung
In einem kleinen Haus, tief verborgen in einem winterlich
schimmernden Wald, lebte einst ein Kind mit großen Augen
und einer unstillbaren Neugier.
Draußen tanzten Schneeflocken wie winzige Elfen durch die
klare Luft, während drinnen ein Zauber webte, so alt wie die
Traditionen selbst.
Die Mutter – eine Zauberin die mit Händen, die Wunder aus Mehl, Zimt
und Vanille erschaffen konnten, schritt durch die Küche wie
eine Alchemistin.
Wenn sie backte, verwandelte sich das Haus in ein duftendes Märchenbuch. Kein Duft war klar zu benennen – er war alles zugleich:
der flüchtige Hauch von gebrannten Mandeln, das leise Knistern von Kakaobohnen, die Würze von Nelken, das Versprechen von Geborgenheit.
Es war Weihnachten in seiner reinsten Form – nicht ein Geschmack, sondern ein Gefühl.
Das Kind saß im Türrahmen, die Nase in der Luft, das Herz
offen wie frisch gefallener Schnee. Es sammelte all diese Düfte wie geheime Zutaten, ahnungslos, dass sie eines Tages zu
etwas Wundervollem verschmelzen würden.
Jahre vergingen.
Aus dem Kind wurde ein Druide der Gegenwart – weise im Umgang mit Aromen, ein Hüter flüssiger Legenden. In einer kalten Winternacht stand er in seiner Werkstatt,
das Licht gedämpft, die Luft still.
Und dann, wie ein Zauberspruch, flüsterte die Erinnerung
zurück: jener uralte Duft.
Keine einzelne Zutat konnte ihn binden – also entstand ein Trunk, der kein Klischee war, sondern
Essenz.
X-Mas war geboren – kein typischer Weihnachtslikör, sondern ein Portal.
Ein Tropfen, und man steht im Kinderzimmer, während das
Haus lebt.
Zwei Tropfen, und man hört das Lachen der Zauberin.
Ein Glas, und man weiß:
Weihnachten ist nicht ein Datum.
Es ist ein Duft, ein Gefühl, ein kleines Wunder in einer Flasche.